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Anna Kuschnarowa mit "Kinshasa Dreams" am Hochfranken-Gymnasium Naila

Im Rahmen der Leseförderung im Fach Deutsch hat die aus Würzburg stammende Autorin Anna Kuschnarowa vor Schülern der neunten und zehnten Jahrgangsstufe des Hochfranken-Gymnasiums aus ihrem aktuellen Roman "Kinshasa Dreams" gelesen. Die Schüler hatten auch Gelegenheit zum Gespräch mit der Autorin.

In dem Roman geht es um den jungen Kongolesen Jengo, der ohne Eltern bei seinem Onkel und seiner Tante aufwächst, nachdem seine Mutter ihn und seine Geschwister im Stich gelassen hat. Letztlich wird er aber von seinen Verwandten verstoßen, da sie ihn für ein Hexenkind halten.

Anna Kuschnarowa erklärte, was es damit auf sich hat. Besonders in der Demokratischen Republik Kongo existiere die Problematik der Hexenkinder: das seien Kinder, denen man magische Fähigkeiten nachsagt und die als Unglücksbringer gelten. Wie bei der Hauptfigur im Roman führt das zur Stigmatisierung und Verstoßung durch die Familien. Diese Kinder leben allein auf der Straße und müssen um ihr Überleben kämpfen. Laut Amnesty International spricht die Autorin damit "auf ansprechende Weise ein heikles Thema an, das viel zu oft totgeschwiegen wird. Der Autorin gelingt es, das Bewusstsein für die Problematik der Flüchtlinge zu schärfen und dabei trotzdem auf einen störenden mahnenden Zeigefinger zu verzichten".

Deshalb wurde der Roman von der Menschenrechtsorganisation soeben als Schullektüre empfohlen. "Das war für uns ein Grund, die Autorin ans Hochfranken-Gymnasium einzuladen", erklärte Lehrkraft Dr. Nadja Braun. Übrigens ist Anna Kurschnarowa für ihr Jugendbuch "Junkgirl" derzeit für den Ulla-Hahn-Preis nominiert. "Kinshasa Dreams" ist bereits ihr vierter Jugendroman.

Im Mittelpunkt steht das Straßenkind Jengo, der eines Tages beschließt, seine Heimat Kinshasa zu verlassen und sich auf die Suche nach seiner in Frankreich lebenden Mutter zu machen. Erzählt wird die abenteuerliche Geschichte seiner Flucht nach Europa, wo er wie sein Idol Muhammad Ali Profiboxer werden will. Dabei landet er schließlich in Berlin, er muss jedoch erkennen, dass er als Illegaler stets in der Angst leben muss, von den Behörden entdeckt und abgeschoben zu werden. Die Erzählung beginnt mit der Geburt Jengos und geht dann nach einem großen Zeitsprung weiter, als er bereits erwachsen ist und kurz vor einem entscheidenden Boxkampf steht. In einer Rückblende erinnert er sich an seine Kindheit und die Flucht nach Europa.

Sandra Hüttner, Frankenpost